Was ist Quaternio®?

 

Quaternio® ist ein ergänzendes Verfahren zur osteopathischen Therapie. Es handelt sich um eine eigenständige Therapieform, die sich mit fehlerhaften Balancemechanismen des im Stand ruhenden Körpers befasst. Hierdurch ist es möglich auf vielfältige Fehlformen der Körperstatik einen wichtigen diagnostischen und therapeutischen Einfluss zu nehmen. Mit dieser Methode wirdversucht die körpereigene Balanceregulation wiederherzustellen und den Menschen in sein Lot zu bringen.

 

Die im Körper beim ruhenden Stand tätige Körperbalance  greift offenbar auf Organisation, Koordination  und Regulation von aktiven Körperbewegungen(z.B. Gehen, Tanzen, aber auch Sprechen oder Singen). Das bedeutet, dass jede Form von Bewegungsdynamik auf einen statischen Hintergrund bzw. Rückhalt beruht. Der statische Hintegrrund  lässt sich nur beim  aufrecht ruhenden  Stand, auch Stand im Lot genannt,  auf seine Balancefunktion untersuchen.

 

Die Therapie zielt auf die Wiederherstellung einer gesunden ausbalancierten Körperhaltung. Die Schwerpunktlegung auf eine gesunde Körperhaltung machte es erforderlich das hierfür notwendige Wissensverständnis aus langjährigen Beobachtungen bezüglich des Balancierverhaltens gesunder und kranker Menschen abzuleiten. Hierdurch konnte schließlich ein begleitender Übungsweg zu den bestehenden Behandlunsgtechniken dieses Verfahrens entwickelt werden. Dieser Übungsweg ist als förderliches Instrument zur Konsolidierung des therapeutischen Behandlungsziels zu betrachten. Darüberhinaus führt seine regelmäßige Ausübung zur Verfeinerung und Erweiterung somatosensibler und somatomotorischer Wahrnehmung.

 

 

 

Quaternio®-Therapie und Posturographie

 

 

 

Durch seine Fähigkeit zum aufrechten Stand ist es dem Menschen im Laufe seiner Entwicklung gelungen seine obere Extremitäten für das Greifen und Verwenden von Instrumenten frei zu bekommen. Dafür musste die frühere zur quadrupeden Fortbewegung benutzten Funktion der oberen Extremitäten nun alleine auf die Füße übeertragen werden.

 

Eine Aufgabe, die der Fuß durch seinen einzigartigen morphologischen Bau beim Menschen vollziehen konnte. So  lässt sich folgerichtig beim Gehen das abrollende Bewegungspiel zwischen den Fersen und den Zehenballen  als eine verändert übertragene Form der Fortbewegung der Vierfüßler erkennen.

 

Ein feines Bewegungsspiel der Muskulatur zwischen den Zehenballen und den Fersen ist auch beim Stand im Lot  festsstellbar.  Es handelt sich um subtile Körperschwankungen, sprich Oszillationen, die nach vorn in Richtung Zehenballen und nach hinten in Richtung Fersen rhythmisch vonstatten gehen. Diese Oszillationen stoppen regelmäßig dort, wo sich die ideale Position beim Stand befindet (Richard, 1990).

 

Werden Körperschwankungen messbar gemacht, so kann die räumliche Körperkoordination, Stabilität und Haltungskontrolle sehr präzise für diagnostische Zwecke und zur Überprüfung des Therapieverlaufs ausgewertet werden. Ein solches diagnostisches Meßverfahren  wird als Posturographie bezeichnet.

 

Es werden hierfür Kraftmessplatten angewandt, welche imstande sind, die Lage des sog. “Druckmittelpunktes“ objektiv zu ermitteln. Der “Druckmittelpunkt“ gibt ein genaues Bild der Gesamtverteilung des Körpergewichts auf zwei oder mehrere Kraftmessplatten wieder. Wenn sich das Körpergewicht ungleichmäßig auf die Platten verteilt, dann wandert der Druckmittelpunkt mit zur Seite, nach vorn oder nach hinten, nach links oder nach rechts, je nach Verlagerungsmodus des Gesamtgewichts. Abweichungen von der gedachten Symmetrieachse, die zwischen den Platten verläuft, können graphisch am PC-Bildschirm exakt abgebildet werden.

 

Für das Quaternio®-Heilverfahren erweist sich die Anwendung des “Tetrax-Systems“ nach Kohen-Raz das vier Kraftmesplatten jeweils für den Vorfuß- und Fersenbereich benutzt, als die effektivere Form der posturographischen Analyse. Damit ist es möglich, balancepezifische diagnostische Parameter wie  Stabilität, rechts- links -Abstimmung, Schwankungsumfang  und Schwankungsrate des Körpers beim ruhenden Stand im Lot beim, vor und nach der Anwendung der Quaternio®-Therapie, zu überprüfen.

 

Lässt sich beim Patienten, während der Untersuchung, eine erhöhte Anzahl von Körperschwankungen  und/ oder ein abnormer Schwankungsumfang beim ruhenden Stand, feststellen, so deutet dies auf das Vorhandensein einer manifesten  Regulationsstörung der Körperhaltung hin.

 

Die Anwendung des “Tetrax Systems“ ermöglicht hier eine Aufzeichnung und einen Vergleich der Werte vor und nach der Behandlung. Das Posturometer Multi Plat Tetrax-System, das hierfür benutzt wird, findet seit mehreren Jahren wissenschaftliche und klinische Anwendung (insbesondere auf dem Gebiet der Schwindeldiagnostik).

 

Das Ergebnis der graphischen Darstellung gibt dem Therapeuten die Möglichkeit, einen tieferen Einblick auf den aktuellen Zustand der komplexen Haltungsregulationsmechanismen des im Lot stehenden, ausbalancierten Patienten zu bekommen.

 

Oft weisen Bewegungsmissstände der für den Ausgleichmechanismus sorgenden knöchernen und gelenkigen Strukturen auf Fehlhaltung und fehlende Balance hin. Solche Bewegungsfehler drücken sich durch falsche, manchmal auch fehlende Drehung oder Seitneige der entsprechenden Strukturen aus. Solche strukturelle Dysfunktionen können auch zusätzlich durch die genaue diagnostische Lektüre sprich Evaluierung von  den entsprechenden Röntgenbildern erkannt werden.

 

In meiner Praxis kommt es zur Anwendung von drehenden oder neigenden Griffen in Beuge- oder in Streckstellung. Die Griffe werden sanft mobilisierend ausgeführt. Komplementär hierzu werden am Patienten Atem- und Gewebetechniken angewandt.

 

Kognitive Fähigkeiten beim Kinde sind eng mit der Fähigkeit zur Körperbalance korreliert. Die Regulierung der Körperbalance steht hier in Zusammenhang mit seinen kognitiven Potentialen.

 

Quaternio® ist ein ergänzendes Verfahren zur osteopathischen Therapie. Ohne den Zusammenhang von Körperhaltung und Körperbalance zu kennen, ist es sehr schwierig die Bedeutung und die besondere Funktion von Körperasymmetrie im Menschen zu verstehen. Es geht hierbei nicht um die grundsätzliche Verneinung von Körperasymmetrie, sondern um die diagnostische und therapeutische Ergründung von dem, was Letztere so oft zum Ausdruck bringt: - ein physiologisch gewollter Anpassungsmechanismus, den der Körper erzeugt, um Balance aufrechtzuerhalten. So gesehen, kann das Quaternio®-Verfahren einen wichtigen Beitrag zur Unterscheidung zwischen sinnvoll ausgleichender Asymmetrie und nicht geglückter Asymmetrie in der Betrachtung von Körperhaltung leisten.

 

 

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Hinweis:

Ich mache ausdrücklich darauf aufmerksam, dass es sich bei allen auf dieser Web-Site erwähnten Verfahren und Indikationen um ein nicht schulmedizinisch / wissenschaftlich anerkanntes Verfahren handelt und die Wirksamkeit schulmedizinisch / wissenschaftlich nicht bewiesen und nicht zugesichert ist. Angaben über Eigenschaften, Wirkungen und Indikationen beruhen auf den Erkenntnissen und Erfahrungen innerhalb der Therapiemethode selbst. Aus rechtlichen Gründen wird darauf verwiesen, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich kein Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen kann. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung. Nicht für jeden Bereich besteht eine relevante Anzahl von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, d.h. evidenzbasierten Studien, die die Wirkung bzw. therapeutische Wirksamkeit belegen.