Was ist Quaternio®?

 

Quaternio® ist ein ergänzendes Verfahren zur osteopathischen Therapie. Es handelt sich um eine eigenständige Therapieform, die sich mit fehlerhaften Balancemechanismen des im Stand ruhenden Körpers befasst. Hierdurch ist es möglich auf vielfältige Fehlformen der Körperstatik einen wichtigen diagnostischen und therapeutischen Einfluss zu nehmen. Unser Ziel ist es die  körpereigene Balanceregulation wieder herzustellen, sozusagen den Menschen in sein Lot zu bringen.

 

Die im Körper beim ruhenden Stand tätige Körperbalance  greift offenbar auf Organisation, Koordination  und Regulation von aktiven Körperbewegungen(z.B. Gehen, Tanzen, aber auch Sprechen oder Singen). Das bedeutet, dass jede Form von Bewegungsdynamik auf einen statischen Hintergrund bzw. Rückhalt beruht. Der statische Hintegrrund  lässt sich nur beim  aufrecht ruhenden  Stand auf seine Balancefunktion untersuchen.

 

Ein anatomisch echtes, oder aufgrund von Kompensation bedingtes verkürztes Bein,  Traumen und Bewegungseinschränkungen  in den Extremitäten, Blockaden in der Wirbelsäule und in ihrer gelenkigen Verbindung zum Becken, zu den Rippen und zum Schädel,  Kieferprobleme, wie auch Störungen der inneren Organe und nicht zuletzt Narbenstörfelder sind oft in der Lage die Balance der Körperstatik auf sehr empfindliche Weise zu beeinträchtigen.

 

Die Folge davon ist die Entwicklung von vielfältigen Fehlhaltungen die zur Bildung von weiteren Dysfunktionen im Organismus führen können. Hierzu darf vermutlich eine große Reihe von Befindlichkeitsstörungen gehören, welche keinen ursächlich objektiven klinischen Hintergrund aufweisen.

 

Die Therapie zielt auf die Wiederherstellung einer gesunden ausbalancierten Körperhaltung. Die Schwerpunktlegung auf eine gesunde Körperhaltung machte es erforderlich das hierfür notwendige Wissensverständnis aus langjährigen Beobachtungen bezüglich des Balancierverhaltens gesunder und kranker Menschen abzuleiten. Hierdurch konnte schließlich ein begleitender Übungsweg zu den bestehenden Behandlunsgtechniken dieses Verfahrens entwickelt werden. Dieser Übungsweg ist als förderliches Instrument zur Konsolidierung des therapeutischen Behandlungsziels zu betrachten. Darüberhinaus führt seine habituelle Ausübung zur Verfeinerung und Erweiterung somatosensibler und somatomotorischer Wahrnehmung.

 

 

 

Quaternio®-Therapie und Posturographie

 

Verfahren zur Analyse der Körperhaltung werden als Posturographie bezeichnet. Unter anderem ist Letztere in der Lage, Körperschwankungen zu registrieren, sodass die räumliche Körperkoordination, das Gleichgewicht und die Haltungskontrolle sehr präzise für diagnostische Zwecke und zur Überprüfung des Therapieverlaufs ausgewertet werden können. Es werden hierfür Kraftmessplatten angewandt, welche imstande sind, die Lage des sog. “Druckmittelpunktes“ objektiv zu ermitteln. Der “Druckmittelpunkt“ gibt ein genaues Bild der Gesamtverteilung des Körpergewichts auf zwei oder mehrere Kraftmessplatten wieder. Wenn sich das Körpergewicht ungleichmäßig auf die Platten verteilt, dann wandert der Druckmittelpunkt mit zur Seite, nach vorn oder nach hinten, nach links oder nach rechts, je nach Verlagerungsmodus des Gesamtgewichts. Abweichungen von der gedachten Symmetrieachse, die zwischen den Platten verläuft, können graphisch am PC-Bildschirm exakt abgebildet werden.

 

Für das Quaternio®-Heilverfahren erweist sich die Anwendung des “Tetrax-Systems,“ das vier Kraftmesplatten jeweils für den Vorfuß- und Fersenbereich benutzt, als die effektivere Form der postutographischen Analyse. Damit ist es möglich, diagnostische Parameter wie Gleichgewicht, Stabilität, Synchronisation und Frequenzamplitude, vor und nach der Anwendung der Quaternio®-Therapie, zu überprüfen.

 

Körperhaltung und Körperbewegung geben stets Hinweise auf Kriterien wie Gleichgewicht und Stabilität. Das Kompensationsverhältnis zwischen Vorfuß und Ferse bezieht sich nicht nur auf eine Seite alleine, sondern umfasst genauso die Gegenseite. Synchronisation und Frequenzamplitude vertiefen den diagnostischen Befund.

Lässt sich beim Patienten, während der Untersuchung, eine erhöhte Schwankungsfrequenz, und/ oder eine abnorme Synchronisation feststellen, so deutet dies auf das Vorhandensein eines Körperhaltungsfehlers in seinem Körper hin. Die Fehlerquelle kann auf ein Abstimmungsproblem seines Haltungsgefüges, in manchen Fällen aber auch auf eine neurologische Koordinationsstörung, die mit Gleichgewichtsproblemen einhergeht, zurückgeführt werden.

Ohne eine adäquate posturale Verankerung kann es schwierig sein, seine Atemmitte zu finden. Die Anwendung des Tetrax Systems ermöglicht hier eine Aufzeichnung und einen Vergleich der Werte vor und nach der Behandlung. Das Posturometer Multi Plat Tetrax-System, das hierfür benutzt wird, findet seit mehreren Jahren wissenschaftliche und klinische Anwendung.

 

Das Ergebnis der graphischen Darstellung gibt dem Therapeuten die Möglichkeit, einen tieferen Einblick auf den aktuellen Zustand der komplexen Haltungsregulationsmechanismen des im Lot stehenden, ausbalancierten Patienten zu bekommen.

 

Oft weisen Bewegungsmissstände der für den Ausgleichmechanismus sorgenden knöchernen und gelenkigen Strukturen auf Fehlhaltung und fehlende Balance hin. Solche Bewegungsfehler drücken sich durch falsche, manchmal auch fehlende Drehung oder Seitneige der entsprechenden Strukturen aus. Solche strukturelle Dysfunktionen können auch zusätzlich durch die genaue diagnostische Lektüre sprich Evaluierung von  den entsprechenden Röntgenbildern erkannt werden.

 

In meiner Praxis kommt es zur Anwendung von drehenden oder neigenden Griffen in Beuge- oder in Streckstellung. Die Griffe werden sanft mobilisierend ausgeführt. Komplementär hierzu werden am Patienten Atem- und Gewebetechniken angewandt.

 

Körperhaltung und Balance gehören zusammen. Eine unausgeglichene Körperhaltung kann unbehandelt im Laufe der Zeit gravierende Balancestörungen wie z.B. Schwindel oder ein beeinträchtiges, räumliches Empfinden hervorrufen. Beim alternden Menschen kann eine Verschlechterung der Regulationsmechanismen von Körperbalance zu einer großen Unsicherheit beim Gehen führen. Mitunter verlernt er auch den richtigen Abstand, zwischen sich und den umgebenden alltäglichen Gegenständen einzuschätzen. Dies bringt oft eine vergrößerte Sturzgefährdung mit sich, die zu unabsehbaren gesundheitlichen Komplikationen führen kann.

 

Ein anderes, auch bei jüngeren Patienten gar nicht so selten vorkommendes Symptom, das sich bereits bei leichten Problemen der Fehlhaltung einstellt, ist durch eine allgemeine Müdigkeit und Antriebslosigkeit gekennzeichnet, die zusammen mit einer undefinierbaren Unruhe, oder Reizbarkeit auftreten kann. Der Mensch fühlt sich einfach nicht mehr im Lot stehend.

 

Umgekehrt können wiederum Dysfunktionen des Balancemechanismus die Körperhaltung ernsthaft beeinträchtigen und eine Fehlhaltung bei den Betroffenen – vor allem bei älteren Personen - hervorrufen.

 

Kognitive Fähigkeiten beim Kinde sind eng mit der Fähigkeit zur Körperbalance korreliert. Die Regulierung der Körperbalance steht hier in Zusammenhang mit seinen kognitiven Potentialen.

 

Quaternio® ist ein ergänzendes Verfahren zur osteopathischen Therapie. Ohne den Zusammenhang von Körperhaltung und Körperbalance zu kennen, ist es sehr schwierig die Bedeutung und die besondere Funktion von Körperasymmetrie im Menschen zu verstehen. Es geht hierbei nicht um die grundsätzliche Verneinung von Körperasymmetrie, sondern um die diagnostische und therapeutische Ergründung von dem, was Letztere so oft zum Ausdruck bringt: - ein physiologisch gewollter Anpassungsmechanismus, den der Körper erzeugt, um Balance aufrechtzuerhalten. So gesehen, kann das Quaternio®-Verfahren einen wichtigen Beitrag zur Unterscheidung zwischen sinnvoll ausgleichender Asymmetrie und nicht geglückter Asymmetrie in der Betrachtung von Körperhaltung leisten.

 

 

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Hinweis:

Ich mache ausdrücklich darauf aufmerksam, dass es sich bei allen auf dieser Web-Site erwähnten Verfahren und Indikationen um ein nicht schulmedizinisch / wissenschaftlich anerkanntes Verfahren handelt und die Wirksamkeit schulmedizinisch / wissenschaftlich nicht bewiesen und nicht zugesichert ist. Angaben über Eigenschaften, Wirkungen und Indikationen beruhen auf den Erkenntnissen und Erfahrungen innerhalb der Therapiemethode selbst. Aus rechtlichen Gründen wird darauf verwiesen, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich kein Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen kann. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung. Nicht für jeden Bereich besteht eine relevante Anzahl von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, d.h. evidenzbasierten Studien, die die Wirkung bzw. therapeutische Wirksamkeit belegen.