Posturales
Behandlungssytem Quaternio®
Ich bin seit 1990 als osteopathisch
praktizierender Heilpraktiker in München -Schwabing tätig. Seit 20
Jahren behandle ich in meiner Praxis Probleme der Wirbelsäule und der
Körpergelenke bei meinen Patientinnen und Patienten. Das
Behandlungsystem des
Quaternio® ist ein neues manuell- therapeutisches Verfahren, das die
asymmetrische Phänomenologie im Bereich der menschlichen Körperhaltung
hinsichtlich Diagnose und Behandlung besonders berücksichtigt. Die
Konzeption
meines Verfahrens beruht auf dem neuesten Stand, der bisher auf diesem
Gebiet,
erreicht worden ist. Eine maßgebende Rolle spielt hier sicherlich die
langjährige Schulung, die ich bei Herrn Leopold Renner auf dem Gebiet
der
Osteopathie, und später durch die Ausbildung zur Asymmetropathy®, auch
als
Renner-Methode bekannt, hatte. Es ist dem Verdienst von
Herrn Renner die Entwicklung von einer neuen konzeptionellen Sicht
zuzurechnen,
welche der komplexen Phänomenologie des asymmetrischen
Erscheinungsbildes im
Menschen, gerecht wird. Wie kein anderer vor ihm,
gelang es Herrn Renner die physiologische Bedeutung von Asymmetrie
besonders in
Bezug auf den Zusammenhang, der zwischen Körperhaltung und vegetativer
Tätigkeit des Nervensystems besteht, für den menschlichen Organismus zu
erschließen.
Demnach fungiert die asymmetrische Konfiguration der Körperhaltung
regelrecht
als “Schalter“ für die vegetativ agierende posturale Grundfunktion, die
als ein integriertes
System parasympathikotoner und sympathikotoner Tätigkeit, im Körper zum
Ausdruck kommt: So wie der Mensch räumlich steht, so ist er
Zugrichtenden und
Gewichtslastenden Kräften ausgesetzt, die anregend, oder hemmend auf
verschiedenen Organfunktionen einwirken. Unbeantwortet verblieb mir dennoch die Frage nach einem übergeordneten Zusammenhang, der letztendlich zur Entstehung von Körperasymmetrie führte, oder besser ausgedrückt: der sich von einer asymmetrischen Bewegungssprache bediente, um seine Funktion im Körper zu erfüllen. Mit dieser Frage war auch die Suche nach einer sog. “Objektivierbarkeit“ von asymmetrischen Körperzeichen verbunden, wodurch bestimmte Gesetzmäßigkeiten, die ich immer wieder feststellte, erkennbar gemacht werden konnten. Ausgehend von einem
von mir vermuteten, vorhandenen Haupt-mechanismus, der für Interaktion,
zwischen der Körperhaltung
und der vegetativen Funktion, zuständig ist, begab ich mich weiter auf
der
Suche nach seinen wesentlichen strukturellen Elementen.
Als Zwischenglied,
das eine stets zu vermittelnde Rolle zwischen dem willkürlich und dem
unwillkürlich, also autonomen Nervensystem zu spielen hat, wurde mir hierfür
der Atem in
seiner Funktion innerhalb der Körperhaltung bewusst. Die Ergründung der
posturalen Funktion des Atemmechanismus bedeutete zunächst für mich das
Betreten eines unbekannten Territoriums. Dafür musste ich das
Wechselspiel zwischen Atembewegung und Körperhaltung als eine gesonderte
physiologische Funktion verstehen, die ihren räumlichen Ausdruck als
eine meßbare und experimentell stets zu reproduzierende Größe hat. Die
strukturellen Elemente, die hierfür zuständig sind, konnte ich
schließlich mit deren
Funktion,
nämlich der räumlichen Verankerung des Atemschwerpunktes im Sinne eines
vertikal pendelnden Lots ausfindig machen. Diese posturalen bzw.
strukturellen Elemente wirken in einer Art synergistisch zusammen, die
sich
folgendermaßen so beschreiben läßt: “So wie ich stehe, so atme ich“ und “
So
wie ich atme, so stehe ich“. Eine vorhandene, posturale Funktion des
Atemvorgangs setzt voraus, dass es eine regelnde Instanz geben muss, die
für die Koordination von knöchernen, gelenkigen und myofaszialen
Strukturen mit der zentral ab- und aufsteigender Bewegung des
Zwerchfells bei verschiedenen Körperhaltungen zuständig ist. Dank ihrer
Existenz geht die rhythmische Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe
des Organismus, bei wechselnder Körperhaltung- und Körperbewegung, nicht
mit einem bedenklichen Schwund von Körperenergie einher, weil bei jeder
exzentrischen Körperlage, der Halteorganismus bestrebt ist, eine
neutrale Positionierungsbewegung zur Körpermitte hin zu “organisieren“.
Aus diesem Grund spreche ich oft von einem “posturalen Organismus“, der
mit komplexen neurophysiologischen Komponeneten ausgestattet ist, die speziell für diese
“zentrische Aktion“ zum Ausdruck kommen. Letztere
bezeichne ich als “Körperzentrik“; sie wird zentralnervös
mit unter aus dem funktional-kybernetischem Zusammenspiel, das zwischen dem
Gleichgewichtsystem - darunter ist auch die Augenmotorik mitinbegriffen - und dem Atemsystem besteht, gesteuert. Die
“Körperzentrik“ folgt der Horizontalen beim Stand und bei jeder Körperbewegung. Störungen bei
der Körperhaltung, die zur fehlerhaften Übereinstimmung, zwischen dem
Sicht- und dem Endhorizont führen, sind stets als zentrale Dysfunktionen
anzusehen, welche zum Schwindel, Dysrhythmisierung des Atems und zur posturalen Instabilität führen.
Vielleicht ist dies auch der Grund warum am Meer, bei klarer Sicht, das
Erblicken der großen blauen Horizontallinie in der Ferne beim Betrachter, oder Betrachterin, ein so großes,
entspanntes und lockeres “ Durchatmen“ mit sich bringt. Die
Annahme von einem übergeordneten, also zentral gelenktes Regelsystem,
das Körperhaltung und Atembewegung zur synergetischen Vollführung von
“Körperzentrik“ zusammenbrachte, führte zur Entstehung eines Begriffes,
das möglichst in der Lage war, sämtliche Eigenschaften von allen
wichtigen Reglern dieses Systems zu subsumieren. Ich fand
schließlich mit dem
Begriff des “Atemkörpers“ eine für diesen Zusammenhang passende
Bezeichnung:
Mit “Körper“ ist die strukturelle, also posturale Situation des
Bewegungsapparates im Raum, und mit “Atem“ ist die sich innerhalb dieses
körperraums abspielende Bewegung der Atemdruckwelle gemeint. Der Atem braucht einen
Schwerpunkt, der räumlich im Stand, mit dem Körperschwerpunkt
übereinstimmt. Beim Erwachsenen ist der Körperschwerpunkt im
Bereich des Beckens zu eruieren.
Die Projektion des Körpergewichts unter, oder zwischen den Fußsohlen
stellt das
wichtigste Element dar, wodurch die oben beschrieben Funktion zur
Manifestation
gelangt. Es ist von diesem unteren
Gravitationspunkt, oder besser von dieser punktuellen Gravitationsfläche
aus,
die auch als sog. “Druckmittelpunkt“
bezeichnet wird, nicht nur die
Körperhaltung räumlich von unten nach oben , sondern auch die absenkende
und
aufsteigende Funktion der Zwerchfellmotrizität organisiert wird. Die Bewegung der Atemdruckwelle wird - von ihrer vektoriellen
Ausrichtung her - vom aktuell vorzufindenden, posturographisch messbaren
“Druckmittelpunkt“ bestimmt. Aus diesem Grund ist die posturale
Funktion des Atemmechanismus von einer asymmetrischen Grundstruktur
gekennzeichnet, die sicherlich einen physiologischen Sinn erfüllt. Posturale Fehler im Sinne von
einer Fehlhaltung bringen eine veränderte Atemdynamik mit sich, aber
auch
umgekehrt, kann eine schlechte Atemsituation zur Fehlhaltung führen. Der
sog.
"Druckmittelpunkt“ tritt oft einseitig auf einer Fußsohlenseite auf.
Dadurch ist der Körper gezwungen eine asymmetrische Körperhaltung
anzunehmen um
die Mehrgewichtsbelastung auf der betroffenen Körperseite auszugleichen.
Dieser
Kompensationsakt ist zwar sinnvoll, aber er kann auch “einfrieren“, das
heißt
mit anderen Worten, er kann andauernd betätigt werden, wodurch die
Körperasymmetrie fixiert wird, sozusagen als Dauereinrichtung im
Organismus
bestehen bleibt. Gravierender wird diese Situation, wenn die
Kompensation nicht
Ordnungsgemäß stattfindet und fehlerhafte Haltungs- und
Bewegungsasymmetrien im
Körper erzeugt werden. Solche Fixierungen sind in der Praxis sehr
oft festzustellen und sie können den Weg zur Entstehung von
mannigfaltigen
Dysfunktionen des Rückens und der Körpergelenke, aber auch von wichtigen
Organfunktionen bereiten. Quaternio® versteht sich als
eine Therapie, die besonders gegen falsche Atem- und
Haltungskompensationsmuster angewandt werden kann. Die Bestimmung des
“Druckmittelpunkts“ bildet den wichtigsten diagnostischen Part der
Quaternio®-Therapie. Hierfür arbeite ich besonders gerne mit dem
Posturometer
der Fa. Tetrax, das als posturographisches Instrument, in der Lage ist
das
Bewegungsspiel zwischen den zwei Fußballen und den zwei Fersen auf
beiden Seiten
zu messen. Die Gewichtssschwankungen von den Füßen werden durch
Fourier-Transformation als Frequenzwellen am PC-Schirm sichtbar. Somit
kann man
klar in einer prozentualen Errechnungsskala erkennen auf welcher Zone
der 4
Sohlenabschnitte die Auslenkung des statischen Körperschwerpunktes mehr
verlagert wird. Aus dem Beispiel eines asymmetrischen
Bildes von einem Menschen, dessen rechten Fußballen eine höhere,
tragende
Gewichtsdruck-belastung aufweist, wird für den Quaternio®-Therapeuten,
oder Quaternio®-Therapeutin, eine asymmetrisch gesunde Kompensation von
einer krankmachenden Dekompensation
unterschieden. Durch die Eliminierung von den Bewegungsfehlern, die zur
ungesunden, oder fehlenden Asymmetrie führen, kann dem betroffenen
Patient,
oder Patientin sehr geholfen werden.
Die Bandbreite von
Indikationen für
diesen manuell-therapeutischen Heilweg ist sehr groß: hierzu zählen alle
Bewegungsprobleme der Wirbelsäule und der Extremitätengelenke, aber auch
funktionelle Störungen des vegetativen Nervensystems, die mit ihnen
vergesellschaftet sind, hinzu: Eine
Reihe von unterschiedlichsten “Befindlichkeitsstörungen“, welche von
mannigfaltigen Verspannungen und Schmerzen im Bereich des
Bewegungsapparates
gekennzeichnet sind, und mit Kopfschmerzen, klinisch unklaren Schwindel- und Augensymptomen, Schlafstörungen, dem Wechsel von Müdigkeit,
Antriebslosigkeit mit Nervosität bzw. erhöhter Reizbarkeit,
aber auch
mit unklaren Verdauungsbeschwerden und Problemen der Nasennebenhöhlen,
Kiefer-
und Stirnhöhlen unter anderem, einhergehen.